- Mehr als 8.000 Menschen aller Altersgruppen aus Rumänien, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Österreich, Israel, den USA, Norwegen, Hongkong, Spanien und anderen europäischen Ländern nahmen an der Haferlandwoche 2024 teil.
- Fast 60 Veranstaltungen, von Konzerten bis hin zu Konferenzen, Führungen, Workshops und Ausstellungen, wurden in diesem Jahr organisiert
- Das zweite Jahr in Folge stand die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft eines Mitglieds des Fürstenhauses von Liechtenstein – Prinz Philipp von und zu Liechtenstein
- Außerdem fand das Festival zum ersten Mal in seiner Geschichte unter der Schirmherrschaft der königlichen Familie von Rumänien statt
- Anlässlich des 700. Jahrestages der ersten urkundlichen Erwähnung der Burg Reps / Rupea nahmen rund 2.000 Personen an dem Festival teil.
- Während des Festivals fand das jährliche Treffen des deutsch-rumänischen Forums für bilaterale Zusammenarbeit statt.
- Zum ersten Mal fand im Rahmen des Festivals ein Abenteuer- und nicht-formales Bildungscamp für Jugendliche und junge Erwachsene statt, in Zusammenarbeit mit The Duke of Edinburgh’s International Award, einer weltweiten Organisation, die im Vereinigten Königreich gegründet wurde.
Bukarest, 12. August 2024. Die zwölfte Auflage der Haferlandwoche, des beliebtesten kulturellen und ethnografischen Festivals der Siebenbürger Sachsen, verzeichnete mehr als 8.000 Besucher aus Rumänien, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Österreich, Israel, den USA, Norwegen, Hongkong, Spanien und anderen europäischen Ländern.
An vier Tagen (8.-11. August) wurden in zehn Orten im Haferland fast 60 kulturelle Veranstaltungen organisiert: Arkeden/Archita, Kreisd/Saschiz, Hamruden/Homorod, Reps/Rupea, Deutsch-Kreuz/Criț, Radeln/Roadeș, Meschendorf/Meșendorf, Klosdorf/Cloașterf, Bodendorf/Bunești und Deutsch-Weißkirch/Viscri.
Die Haferlandwoche 2024 stand unter der Schirmherrschaft Seiner Durchlaucht Prinz Philipp von und zu Liechtenstein und zum ersten Mal unter der Schirmherrschaft der königlichen Familie von Rumänien.
Orgel-, Barock-, Opern- und Jazzkonzerte sowie der traditionelle sächsische Ball, eine Attraktion bei jeder Ausgabe des Festivals, mit der deutschen Band HighLife. Die Konzerte der traditionellen sächsischen Blaskapelle, der deutschen Musik aus dem XVI Jahrhunderts, deutsche Lieder aus dem 16. Jahrhundert und schwäbische Lieder aus dem XVIII Jahrhundert. Das Programm umfasste Führungen, Präsentationen sächsischer Hochzeitsbräuche, Besuche in sächsischen Haushalten usw.
Bei der diesjährigen Ausgabe waren neben den Organisatoren – Herrn Michael Schmidt, Präsident der M&V Schmidt Stiftung, und Frau Veronica Schmidt, Vizepräsidentin der Stiftung – Persönlichkeiten wie Seine Durchlaucht Prinz Philipp von und zu Liechtenstein, Prinz und Prinzessin Alexander von und zu Liechtenstein, S.E. Dr. Peer Gebauer, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien, S.E. Emil Hurezeanu, Botschafter Rumäniens in Österreich, S.E. S. Willemijn Van Haaften, Botschafter der Niederlande in Rumänien, S.E. Adriana Stănescu, Botschafterin Rumäniens in Deutschland, Herr Adrian Ioan Veștea, Minister für Entwicklung, der ehemalige britische Botschafter in Bukarest, Herr Andrew Noble, Vertreter des Verwaltungsrats der M&V Schmidt Stiftung, und Șerban Todorică, Präsident des Kreisrats von Kronstadt/Brașov, sowie Herr Alexandru Opriș, Bürgermeister von Reps/Rupea.
Ebenfalls anwesend waren Dr. Bernd Fabritius, Präsident des Bunds der Vertriebenen, Rainer Lehni, Präsident der Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Martin Bottesch, Präsident des Demokratischen Forums der Deutschen in Siebenbürgen und Günther Krichbaum, Mitglied des Deutschen Bundestages.
Das Haferland, ein beliebtes Ziel für Kultur-, Gastronomie-, Abenteuer- und Agrotourismus
Das Festival der Haferlandwoche wächst von Jahr zu Jahr und spiegelt sowohl die Vitalität der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft als auch die Entwicklung der Region, die sich langsam zu einem beliebten Urlaubsziel für Touristen aus Rumänien, Europa und den Vereinigten Staaten entwickelt. „Das gestiegene Interesse an unserem Festival, das sich in der Zahl der Besucher und Persönlichkeiten widerspiegelt, die uns die Ehre erwiesen haben, an der diesjährigen Ausgabe teilzunehmen, und die außergewöhnliche Dynamik dieser Region sind offensichtlich“, sagt Michael Schmidt. „Heute kann man in den Dörfern des Haferlandes Kulturtourismus betreiben, mit Besichtigungen von Kirchenburgen und sächsischen Bauernhöfen, gastronomischen Tourismus, Abenteuertourismus auf der Via Transilvanica und den Wegen zwischen den Dörfern, Wandern, Bergsport, biologische Landwirtschaft und vieles mehr.
All dies wäre nicht möglich gewesen ohne das Engagement der lokalen Gemeinschaften und die Unterstützung unserer Freunde aus nah und fern. Mein Dank gilt Seiner Durchlaucht Prinz Philipp, dem Fürstenpaar Alexander von und zu Liechtenstein, dem rumänischen Königshaus, unseren Sponsoren und Partnern, dem Festivalteam und vor allem all jenen, die mit viel Engagement hinter den Kulissen dafür gesorgt haben, dass das Haferland wieder zu den beliebtesten Orten Rumäniens zählt.“
Nach der Burg Reps/Rupea wird auch die Kirche in Hamruden/ Homorod restauriert
Der 700-Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung der Burg Reps/ Rupea, dem größten historischen Bauwerk der Sachsen im Haferland, dessen Restaurierung vor mehr als einem Jahrzehnt abgeschlossen wurde, nachdem der Komplex mehr als 200 Jahre lang verlassen war.
In naher Zukunft wird auch die Kirchenburg in Hamruden/Homorod, eines der ältesten Gotteshäuser der Region aus dem Jahr 1270, restauriert und wieder in Betrieb genommen. Fachleuten zufolge beherbergt diese Kirche die älteste Wandmalerei in Rumänien.
Haferland für junge Leute: Abenteuer und nicht-formale Bildung in sächsischen Dörfern mit The Duke of Edinburgh’s International Award Romania
In diesem Jahr hat das Festival zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit The Duke of Edinburgh’s International Award Romania ein Bildungs- und Abenteuercamp für 21 junge Menschen veranstaltet. Zusammen mit einem Team von Erwachsenen absolvierten die Jugendlichen vier Tage lang im Herzen des Haferlandes den Abenteuerteil des Award-Programms.
Sie führten verschiedene Aktivitäten durch: Zelten, Teambuilding-Sitzungen, TV-Journalismus-Training, Wandern auf der Via Transilvanica, Erstellen eines Video-Reisetagebuchs, traditionelle kulinarische Erlebnisse, Schatzsuche, Workshops mit Kindern, Teilnahme am Sachsenball, Lagerfeuer, usw.
Das weltweit durchgeführte Programm The Duke of Edinburgh’s International Award bietet internationale Anerkennung und einen strukturierten Rahmen für nicht-formale Bildungsaktivitäten für junge Menschen im Alter von 14-24 Jahren. Auf internationaler Ebene steht das Programm unter der Schirmherrschaft von HRH The Duke of Edinburgh, auf nationaler Ebene von MS Margareta, der Kustodin der rumänischen Krone.
„Diese Ausgabe des Festivals hat uns gezeigt, welche Kraft die Kultur hat, um uns zusammenzubringen und eine ganze Gemeinschaft zu beleben“, sagt Veronica Schmidt, Mitbegründerin und Vizepräsidentin der M&V Schmidt Stiftung.
„Ich freue mich, dass die diesjährige Haferlandwoche wieder unter der hohen Schirmherrschaft eines Mitglieds des Fürstenhauses von Liechtenstein, Seiner Durchlaucht Prinz Philipp, organisiert werden konnte, dank der grossen Grosszügigkeit von Prinzessin Astrid von und zu Liechtenstein, einer Freundin Rumäniens, mit der mich eine langjährige und beständige Beziehung verbindet.
Über den Erfolg dieser Ausgabe hinaus möchte ich über die Freude sprechen, die das neue Programm für Kinder und Jugendliche, das wir in Partnerschaft mit The Duke of Edinburgh’s International Award veranstalten, uns allen bereitet hat. Für mich persönlich, als Mutter und Initiatorin eines Programms für Kinder aus benachteiligten Verhältnissen in Deutsch-Kreuz/Criț, ist dies ein neuer Anfang. Wir schlagen damit ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Haferlandwoche auf, ein Kapitel, in dem es um Bildung und die Zukunft der Kinder geht. Nur durch Bildung und unsere eigenen Anstrengungen können wir das Haferland entwickeln. Und diese Zukunft bauen wir hier in unserer Gemeinde auf.“
Zusammenarbeit und interethnischer Dialog, ein Hauptthema des Treffens des deutsch-rumänischen bilateralen Kooperationsforums
„Sie sind hier ein Anker“, sagte S.E. Dr. Peer Gebauer, der deutsche Botschafter in Bukarest, zu den Vertretern der rumänisch-sächsischen Gemeinschaft während des Treffens des Rumänisch-Deutschen Forums für bilaterale Zusammenarbeit in Deutsch-Kreuz/Criț. Am diesjährigen Treffen des Forums – einer gemeinnützigen Organisation, die als Plattform für den kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Austausch zwischen Rumänien und Deutschland gegründet wurde – nahmen u.a. Prinz Philipp, Prinz und Prinzessin Alexander von und zu Liechtenstein, S.E Emil Hurezeanu, S.E.. Adriana Stănescu, S.E. Willemijn Van Haaften, Dr. Bernd Fabritius, Herr Michael Schmidt, Herr Martin Bottesch, Herr Andrew Noble und Graf Tibor Kalnoky, der sich über die gleichnamige Stiftung auch für die Renovierung von Burgen und Häusern der ungarischen Minderheit engagiert.
„1990 wanderte eine Viertelmillion Sachsen aus Rumänien aus“, sagte Emil Hurezeanu. „Jetzt kehren die Sachsen nach Siebenbürgen, ins Banat, nach Baia Mare, in ihre Herkunftsorte zurück. Oft handelt es sich um junge Menschen, die in Deutschland geboren wurden und deren Eltern ausgewandert sind, und die in ihren traditionellen Trachten hierher zurückkehren. Diese multikulturelle Tradition gilt es zu bewahren.“
„In der aktuellen geopolitischen Lage spielt Rumänien als verlässlicher Partner eine außerordentliche Rolle. Weil das Interesse Deutschlands an Rumänien so stark gewachsen ist, befinden wir uns jetzt auf einer neuen Ebene der Zusammenarbeit“, sagte S.E. Dr. Peer Gebauer im Rahmen der Gespräche über die europäische Sicherheitskooperation und die Rüstungsindustrie.
Das Thema des Zusammenlebens ethnischer Minderheiten in Rumänien und Deutschland als Hintergrund für Dialog, Demokratie und Toleranz wurde von den Anwesenden nachdrücklich angesprochen, wobei nicht nur auf die sächsische Gemeinschaft in Rumänien, sondern auch auf die Gemeinschaft der nach Deutschland ausgewanderten Rumänen verwiesen wurde, die mit fast einer Million Menschen eine der größten rumänischen Gemeinschaften in der Diaspora darstellt. Dr. Bernd Fabritius sprach über das kürzlich zu Ende gegangene Internationale Sachsentreffen in Sibiu, wo Zehntausende von Menschen – ethnische Sachsen, Ungarn und Rumänen gleichermaßen – auf dem Hauptplatz feierten. „Das Polnisch-Deutsche Forum, dessen Ko-Vorsitzender ich war, konnte beispielsweise keinen solchen Erfolg erzielen“,sagte er. „Wir müssen aus diesem Moment Kapital schlagen.“ S.E. Adriana Stănescu erwähnte auch die sächsischen Organisationen in Deutschland, die nicht selten Hilfe für ausgewanderte Rumänen leisten. Es wurde auch gefordert, das Forum um andere Minderheiten zu erweitern.
Burg Reps/ Rupea, ein Jubiläum mit 2.000 Zuschauern
Zum 700-jährigen Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung dieses historischen Denkmals von herausragender Bedeutung war die Esplanade vor der Repser Burg bis auf den letzten Platz gefüllt. Den Auftakt bildete ein Festgottesdienst in der evangelischen Kirche von Reps/Rupea, gefolgt von Festreden und einem Konzert mit traditioneller sächsischer Musik auf der Festungspromenade.
„Es gibt eine Zeit der Entdeckung, wie vor 800 Jahren, als die Deutschen nach Siebenbürgen kamen, und eine Zeit der Trennung, wie in den Jahren der sächsischen Auswanderung; aber was nicht passieren darf, ist die Zeit des Vergessens“, sagte S.E. Emil Hurezeanu, in Reps/Rupea. „Die Lösung ist der Moment der Wiederfindung – wenn die Deutschen ihre Heimat finden und die Rumänen ihre Nachbarn. Wir sind wieder zusammen, und wir hoffen, dass wir nie wieder getrennt sein werden.“





